Höflichkeit: Das A und O im Beruf

Schlechtes Benehmen ist ein Ausdruck von Rücksichtslosigkeit. Pünktlichkeit, Kommunikation in allen Formen, der Umgang mit der modernen Technologie wie Smartphones und Ähnlichem und das richtige Mass an Nähe und Distanz zeigen, wie höflich und respektvoll man den anderen gegenüber ist. Wer seinem Gegenüber zu nahe tritt, verstösst gegen dessen persönliche Grenzen und sein Recht auf Eigenständigkeit. So wird eine effiziente Kommunikation verunmöglicht.  

 

Höflichkeit ist wie ein Luftkissen: Nichts darin, doch es mildert die Stösse des Lebens. 

Höflichkeit hat nichts mit Heuchelei oder Lügen zu tun  

Oft ist es höflicher, gewisse Tatsachen ein bisschen abzumildern oder nur einen Teil der Wahrheit zu kommunizieren. Dem anderen die Wahrheit wie ein nasses Tuch um die Ohren zu klatschen, ist nicht höflich. Es ist rücksichtslos und egoistisch.

  

Das optimale Vorgehen beim Anklopfen ist einfach. Bei Grossraumbüros muss man nie anklopfen. Bei einer geschlossenen Tür klopft man an, wartet auf Antwort und tritt erst dann ein. Bei einer angelehnten oder geöffneten Tür klopft man kurz und betritt dann den Raum. Sieht man den Gesprächspartner am Telefon, wartet man auf ein Zeichen oder kommt etwas später wieder. 

 

Wie viel Wahrheit ist erträglich? Es gibt ein einfaches Mittel, um dies herauszufinden. Man versetzt sich in die Lage des Gegenübers. Würde ich die volle Wahrheit ertragen? Mich darüber freuen? Oder am liebsten in den Erdboden versinken?  

 

Bei einem Mitarbeiter fällt Ihnen schon während der ersten Worte auf, dass er unangenehmen Mundgeruch hat. Nützt der «Wink» mit den angebotenen Bonbons nichts, sprechen Sie ihn ruhig und sachlich unter vier Augen darauf an. Beginnen Sie das Gespräch mit einigen positiven Worten und weisen Sie ihn dann auf das Problem hin. Die Kritik sollte nur diesen Punkt, nicht seine ganze Person betreffen.  

Du oder Sie? Und wie?  

 

Das Duzen unter Mitarbeitenden ist weit verbreitet. Der Trend geht im Moment jedoch zurück zum Siezen. Einerseits schafft das Duzen eine grössere Vertraulichkeit und eine lockere Atmosphäre, andererseits kann eine gewisse Distanz manchmal sehr wohltuend sein. Auch der goldene Mittelweg – «Peter, geben Sie mir bitte die Akte.» – ist heute aktuell. Bei undurchsichtigen «Du/ Sie-Verhältnissen» – zum Beispiel beim Antritt einer neuen Stelle fragt man am besten nach, wie man sich verhalten soll.  

 

Ihr ist nicht der Plural von Sie. Beim Satz «Das ist für euch interessant.» duzt man alle aus der Gruppe. Die Mehrzahl von «Sie» ist «Sie». Wenn Sie mit der Hälfte einer Gruppe per Du sind, dann ist die höflichste Form der Anrede die respektvollere: Siezen Sie alle Anwesenden, wenn Sie diese gleichzeitig ansprechen.  

 

Wollen Sie mich duzen? 

Die Hierarchie entscheidet, wer wem das «Du» anbietet. So trägt der Chef der Mitarbeiterin, dem Angestellten oder dem Lehrling das «Du» an. Er sollte jedoch nicht ohne Absprache auf das übliche «Sie» verzichten, weil das als Herabwürdigung aufgefasst wird.  

Manche wollen mit jedem per «Du» sein. Es gibt auch solche, die sich Vorteile von einem «Du» versprechen und sich mehr erlauben als vorher. Hier ist es wichtig, dass man sich im Voraus überlegt, wie man mit unerwünschten «Du»-Anträgen umgeht. Wenn man nicht unter Druck sofort reagieren muss, findet man die optimale Lösung. Ob «Du» oder weiterhin «Sie» – Sie haben die Wahl.  

 

Duzen am Arbeitsplatz  

Manchmal wird die allgemeine Katerstimmung am Morgen nach einer Firmenfeier noch vergrössert. Da lassen unbedachte «Verbrüderungsszenen» vom Vorabend starke Zweifel aufkommen, wie man damit im normalen Arbeitsalltag umgehen soll. Handeln ist dann angesagt, wenn man mit dem in Feststimmung leichtsinnigerweise abgemachten «Du» auf Dauer gesehen den Arbeitsprozess eher belastet, als ihn vereinfacht. Am besten bringt man das sofort zur Sprache. 

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