Mit diesen 10 Eigenschaften bekommst du jeden Job

Personaler suchen in ihren Stellenanzeigen manchmal gerne nach der sogenannten eierlegenden Wollmilchsau. 18 Jahre alt sollst du sein, mindestens fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen, wenig Gehalt verlangen und am besten sämtliche karriererelevanten Eigenschaften besitzen. Nun, an deinem Alter und deiner Berufserfahrung können wir nichts ändern und über deine Kohle musst du selbst verhandeln. Dafür können wir dir sagen, welche Eigenschaften du haben solltest, damit du jeden Job bekommen – und behalten – kannst. Achtung: Manche dieser Eigenschaften stehen auf den ersten Blick fast im Widerspruch zueinander. Es liegt an dir, die goldene Mitte aus ihnen zu finden und beim Bewerbungsgespräch mit deiner vielfältigen Persönlichkeit zu überzeugen.

 

Leistungsbereitschaft

Zahlen, Zahlen, Zahlen, KPIs, KPIs, KPIs! An nichts anderes denkst du den ganzen Tag. Deine Vorgesetzten dürften von dieser Leistungsbereitschaft restlos begeistert sein. Nun, du warst von deinem Job aber eben nicht begeistert und hast dich in einem neuen Unternehmen beworben. Mit deinem Ehrgeiz und deiner Leistungsbereitschaft bekommst du den neuen Job auch garantiert. Leistungsbereitschaft steht dabei aber nicht ausschließlich für eine spezielle Eigenschaft, sondern kann auch von deiner Tagesform abhängig sein. Denn wer kennt das Gefühl nicht? Am Montag ist man deutlich weniger motiviert, am Mittwoch könnte man dagegen alle Pflanzen am Arbeitsplatz ausreißen. Oder Bäume – je nachdem. Erlernbar ist Leistungsbereitschaft also eher weniger, dafür ist sie zum Beispiel durch externe Anreize wie ein höheres Gehalt, tolle Kollegen oder die Vier-Tage-Woche beeinflussbar.

 

Für einen Personaler ist deine Leistungsbereitschaft wichtig, weil er daran erkennen kann, wie du als Individuum zu den allgemeinen Unternehmenszielen beitragen kannst. Erwähne also im Anschreiben gerne besondere Projekte oder Aktivitäten, die du ehrgeizig erledigt hast.

 

Verantwortungsbewusstsein

„Übernimm Verantwortung für deine Taten“ – das hast du dir bestimmt schon mindestens einmal in deinem Leben mehr oder weniger vorwurfsvoll anhören müssen. Verantwortungsbewusstsein heißt damit aber nicht, dass du Fehler von anderen einfach auf deine Kappe nehmen solltest. Vielmehr bedeutet es, dass du – unabhängig davon, ob du nun Führungskraft oder normaler Angestellter bist – selbstreflektiert handeln solltest. Gib zum Beispiel im Vorstellungsgespräch offen zu, dass dein Start-Up pleite gegangen ist, weil du falsche Entscheidungen getroffen hast. Lasse diese Information aber nicht alleine stehen, sondern füge an, was du aus dem Scheitern gelernt hast. Kleiner Tipp: Verantwortungsbewusstsein zu zeigen funktioniert auch ohne eine Start-Up-Pleite.

 

Als Erwachsener lernt man Verantwortungsbewusstsein eigentlich nicht mehr. Der Lernprozess beginnt nämlich schon im Kindesalter, wo du auf deine Geschwister aufpasst, deine Spielsachen pfleglich behandelst oder deine Hausaufgaben gewissenhaft erledigst. Allerdings könnte es im Berufsleben helfen, dass du dir bewusst machst, wer von deinem Verantwortungsbewusstsein profitiert: Deine Karriere.

 

Lernwilligkeit

Um lernwillig zu sein, musst du das Lernwilligsein lernen. Puh, ein ganz schöner Zungenbrecher! In der Umsetzung ist das gar nicht so schwer. Lernwilligkeit bedeutet, dass du nicht mit einem Tunnelblick durch das Arbeitsleben gehst. Ganz im Gegenteil. Du saugst Informationen wie ein Schwamm auf, wertest sie innerlich aus und entscheidest dann, ob du etwas daraus mitnehmen kannst. Damit ist es noch nicht getan: Du musst das Gelernte nämlich auch noch umsetzen.

 

Bei einer Bewerbung für einen anderen Job zeigst du fast automatisch, dass du lernwillig bist – du willst dich in deiner neuen Position schließlich weiterentwickeln. Dieses Bedürfnis solltest du aber zusätzlich an HR kommunizieren. Dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch kann nicht wissen, ob du dich nur wegen des Geldes oder wegen deiner persönlichen und beruflichen Weiterbildung für den Job interessierst.

 

Toleranz

Meistens tritt Toleranz im selben Satz mit der Eigenschaft Geduld auf. Auch für uns gehören die beiden Begriffe fast unzertrennbar zusammen. Im Berufsleben zeichnet tolerante Menschen aus, dass sie andere Meinungen akzeptieren und vorurteilsfrei handeln. Das Zusammenleben am Arbeitsplatz ist nur dann konfliktfrei möglich, wenn man offen aufeinander zugeht und in manchen Fällen kompromissbereit ist.

Toleranz zählt – obwohl es vielleicht auf den ersten Blick nicht so wirkt – zu den durchaus erlernbaren Eigenschaften. Es heißt zum Beispiel häufig, dass man beim Arbeiten im Ausland toleranter werden kann. Da sind zum Beispiel manchmal die Sprachbarrieren, die Kommunikation mit Hand und Fuß notwendig machen. Außerdem haben andere Unternehmensstandorte oft völlig andere Arbeitsweisen, die man akzeptieren und teilweise selbst umsetzen muss. Musst du für mehr Toleranz im Job nun unbedingt ins Ausland gehen? Natürlich nicht. Eine weltoffene Sicht auf die Dinge hilft aber immer.

 

Stressresistenz

Warum ist dem Personaler viel Stressresistenz für die Besetzung einer Stelle wichtig? Das ist ganz leicht erklärt. Gerade in den ersten Wochen und Monaten musst du dich in einem neuen Job anpassen und bekommst wahrscheinlich tausende Aufgaben übertragen. Im Klartext heißt das: Druck, Stress und Anstrengung. Es hilft dem Personaler wenig, wenn er einen Mitarbeiter einstellt, dem nach kürzester Zeit alles zu viel wird und der die Kündigung einreicht. Stress bei Jobbeginn versetzt dich in Angst und Schrecken? Mach dir bewusst, dass die Situation voraussichtlich mit der Zeit leichter wird. Am Anfang lernst du die Kompetenzen, die dir deinen Job auf Dauer vereinfachen. Bisher ist immerhin noch kein Meister vom Himmel gefallen. Steh es durch! Und wenn es gar nicht mehr geht: Such dir Hilfe. Vielleicht kennt dein Kollege genau die Situation und kann dich im Notfall mit seinem Wissen unterstützen.

Manche Menschen – man glaubt es kaum – wachsen sowieso erst unter Stress über sich hinaus. Sie sind in anspruchsvollen Situationen umso motivierter und wollen ihre gute Leistung trotzdem erbringen.

 

Durchsetzungsvermögen

Gerade dann, wenn du dich für eine Führungsposition bewirbst, kommst du ohne Durchsetzungsvermögen nicht weiter. Mit dem Kopf durch die Wand aber genauso wenig!

Durchsetzungsvermögen bedeutet, dass du immer wieder über deine eigene Situation und Position im Berufsleben nachdenkst. Welche Ziele hast du? Warum habe ich diese Ziele? Wie kannst du zum Beispiel deine Interessen durchsetzen und dabei möglichst auf die Bedürfnisse anderer Beteiligten Rücksicht nehmen? Dabei gilt: Scheue dich nicht vor etwaigen Auseinandersetzungen bzw. Konflikten und traue dich, die Kollegen von deiner Sichtweise zu überzeugen. Gib nicht sofort aus Konfliktscheue und Schüchternheit klein bei. Kritische Fragen sollten für dich kein Problem sein, weil du kompetent darauf antworten und dagegen argumentieren kannst. Manchmal hilft schon ein aufrechter Gang oder die ruhige Stimme dabei, dir selbst bei einer Auseinandersetzung ein gutes Gefühl zu geben.

 

Kritikfähigkeit

Niemand mag Kritik. So ehrlich darfst du zu dir selbst sein. Kritik fühlt sich negativ an und oft fühlt man sich persönlich davon angegriffen. Das musst du aber gar nicht. Meistens ist Kritik sogar ganz freundlich gemeint und könnte zur Verbesserung deiner Arbeit beitragen. Überlege also zuerst: Hilft mir die Kritik dabei, mich weiterzuentwickeln? Nicht jede Art von Kritik ist für dich wichtig und sinnvoll. Zum Beispiel kann deine Arbeitsweise genauso gut sein wie die deines Kollegen. Er wollte dir mit seiner Kritik aber vielleicht sagen, dass seine Art und Weise für ihn schon jahrelang funktioniert. Don’t worry! Zur perfekten Kritikfähigkeit gehört außerdem eine kleine Prise Humor. Du darfst und sollst darüber lachen können, was mal wieder schiefgelaufen ist. Aber du solltest Kritik an deinen Fehlern auch annehmen und es beim nächsten Mal anders und besser machen können. Den Personaler überzeugst du mit Kritikfähigkeit, weil er keinen Mitarbeiter braucht, der sich nicht an Absprachen und Vorgaben halten kann oder möchte. Dein Vorgesetzter muss dir ohne deinen sofortigen Wutausbruch sagen können, wenn du etwas falschgemacht hast.

 

Übrigens: Kritikfähigkeit bedeutet nicht nur, dass du Kritik einstecken können musst. Sondern? Du solltest auch andere ruhig und verständlich kritisieren können. Dein Gegenüber muss etwas aus deinem Feedback mitnehmen und die Kritik umsetzen können. Egal, ob du nun Kritik austeilst oder erhältst: Als kritikfähiger Mensch hast du die besten Voraussetzungen, dich im Berufsleben weiterzuentwickeln. Konstruktive Kritik ist für dich das Beste, was dir passieren kann.

 

Selbstbewusstsein

Obwohl wir dir soeben gesagt haben, dass du kritikfähig sein solltest – auch Selbstbewusstsein steht auf der ultimativen Eigenschaftsliste. Du solltest einschätzen können, was du im Job kannst und wo deine Fähigkeiten vielleicht enden. Oh nein, du hast keine Ahnung, in welchen Bereichen du super bist und in welchen nicht? Die gute Nachricht: Du kannst dein Selbstbewusstsein trainieren. Das geht zum Beispiel mit bestimmten Übungen oder Kursen. Du hast aktuell schon einen Job? Frag bei deinem Arbeitgeber nach, ob er dir solche Kurse zumindest teilweise finanzieren kann. Ihr profitiert immerhin beide davon – jedenfalls, wenn du mit deinem übergroßen Selbstbewusstsein nicht das Arbeitsklima verpestest.

 

Im Bewerbungsprozess hilft Selbstbewusstsein selbstverständlich sehr. Du bleibst im Gespräch ruhig und kannst deine Fähigkeiten hervorheben – ohne gleich damit anzugeben. Bei einer Gruppendiskussion zeigst du, was in dir steckt – ohne dich in den Vordergrund zu drängen. In fachspezifischen Tests fällst du mit deinem umfassenden Wissen auf – ohne zu übertreiben. Du merkst schon: Selbstbewusstsein lohnt sich.

 

Teamfähigkeit

Es gibt nur wenige Jobs für Menschen, die keine anderen Menschen mögen. Teamfähigkeit gehört deshalb fast unabdingbar zu deinem Bewerberprofil dazu, wenn du den Job wirklich bekommen möchtest. Du solltest in der Gruppe agieren können – und dabei nicht zwischen allen anderen Kollegen in der Versenkung verschwinden. Das Ziel bei Teamarbeit ist es nämlich, die Kompetenzen aller Mitglieder zu einem großen Ganzen zusammenzubringen, gemeinsam Lösungsvorschläge zu entwickeln und schlussendlich zu einem Konsens zu gelangen.

 

Teamfähig zu sein bedeutet außerdem, dass du dich selbst in manchen Situationen zurücknehmen musst. Nicht immer musst du den großen Boss heraushängen lassen, sondern abhängig von deinen Fähigkeiten entscheiden, ob deine Ansicht gerade die richtige ist.

 

Risikobereitschaft

Trau dich und verändere in deinem (neuen) Job etwas. Die HR-Abteilung wird dir deine Risikobereitschaft danken, weil dein Vorgänger vielleicht Angst vor dem Scheitern hatte. In dir dagegen löst das große Projekt mit seinen wichtigen Kunden wahre Adrenalinschübe aus. Du bekommst keine Panik, weil dir dafür ein winziges Budget zur Verfügung gestellt wird. Mit seinen beschriebenen Horrorszenarien kann dich der Personaler im Vorstellungsgespräch also nicht aus der Fassung bringen. Du möchtest den Job immer noch.

Schon gewusst? Männer neigen grundsätzlich zu einer höheren Risikobereitschaft als Frauen. Auch als junge Person hast du meistens mehr Lust, ein Wagnis einzugehen. Das heißt natürlich nicht, dass du als ältere Frau keine Risikobereitschaft mehr mitbringen kannst. Wir drücken jedenfalls schon einmal die Daumen für die nächste Herausforderung im Job!

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